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Rasen vertikutieren – Wie Sie es richtig machen!

Über das Vertikutieren, dem Anritzen der Grasnarbe eines Rasens, liest man teils sehr konträre Meinungen. Einige Rasenbesitzer lehnen es vollständig ab, andere sehen darin fast schon eine universelle Lösung. Doch welche Vor- bzw. Nachteile bietet das Vertikutieren eines Rasens wirklich? Wir bieten Ihnen auf dieser Seite eine umfangreiche Antwort!

Welche Arten des Vertikutierens unterscheidet man?

Eine wichtige Information vorab: Vertikutieren ist nicht gleich Vertikutieren! Vielmehr unterscheidet man drei Arten des Vertikutierens, die sich je nach Wunschergebnis unterscheiden.

  • Rasen vertikutieren als Pflegeeinheit, um Rasenfilz zu entfernen. Bei dieser Art des Vertikutierens soll die Grasnarbe größtmöglich erhalten bleiben. Die Vorteile sowie das Vorgehen stellen wir Ihnen in diesem Text vor.
  • Vertikutieren zur Renovation einer älteren Grasfläche. Ziel ist es hierbei, möglichst viel des Rasens zu zerstören, um Platz für neues Saatgut zu schaffen.
  • Scarifying: Hierbei wird mit dem Vertikutierer in den Boden geschlitzt, um die Wurzeln der Gräser zu schädigen. Dies hat zum Ziel, das Wachstum der Gräser anzuregen.

Sollten Sie weitere Fragen zu einer dieser drei Arten des Vertikutierens haben, können Sie sich jederzeit an unsere Rasenexperten wenden!

Ein Schaubild zur Entstehung des Rasenfilzes

Warum sollte man seinen Rasen vertikutieren?

Selbst, wenn man nach jedem Mähen den Rasen gründlich harkt, bleiben doch Schnittgutreste und abgestorbene Gräser zurück. Rasengräser durchlaufen wie alle mehrjährigen Pflanzen einen Vegetationszyklus. Das heißt, sie keimen, wachsen, bilden neue Triebe, sterben in Teilen wieder ab. Im Laufe der Zeit bilden die Schnittgutreste und abgestorbenen Gräser zusammen mit Moosen und anderen flach wachsenden Unkräutern eine Filzschicht, auch Rasenfilz genannt.

Normalerweise sorgen Mikroorganismen dafür, dass der Rasenfilz wieder abgebaut wird. Wenn die Schicht aber im Laufe der Zeit immer dicker wird, kommen die Mikroorganismen mit ihrer Arbeit nicht mehr nach. Das hat zur Folge, dass die Rasengräser durch den "Befall" des Rasenfilzes nicht mehr genug Licht, Sauerstoff und Nährstoffe bekommen. Der Rasen wird darum zunehmend spärlich, gelb und kümmerlich. Die Wurzeln verflachen, die Widerstandsfähigkeit der Gräser nimmt rapide ab und die Anfälligkeiten für Rasenkrankheiten steigt.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit den Rasen zu bearbeiten. Mit dieser Pflegemaßnahme helfen Sie den Gräsern wieder zu atmen. Licht und Wasser können wieder leichter und in ausreichender Form aufgenommen werden. Eine ausreichende Nährstoffversorgung durch Düngergaben sorgen dafür, dass die Gräser sich gegen die unerwünschten Wuchsnachbarn wieder besser behaupten können. Moos und Unkräuter werden verdrängt.

Wann soll man vertikutieren?

Beim Vertikutieren kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an

Die günstigsten Zeitpunkte für das Vertikutieren sind der Vegetationsbeginn im Frühjahr und der frühe Herbst. Wichtig sind dauerhafte Bodentemperaturen zwischen 8°C und 10 °C.

Im Frühjahr wird somit abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernt.

Im Herbst sollte nach dem Vertikutieren noch eine mindestens vier Wochen lange Wachstumsphase möglich sein, um die entstandenen Lücken und Schäden auszuwachsen.

Herrscht eine große Trockenheit, wie im Sommer 2019 oder 2020, darf ohne Beregnungsmöglichkeit wegen zu großer Narbenschäden nicht vertikutiert werden.

Was sollte vor dem Vertikutieren beachtet werden?

Wir bieten Ihnen Tipps und Tricks zum Thema Vertikutieren
Bevor Sie mit der Bearbeitung Ihres Rasen starten, sollten Sie ihm zum Jahresbeginn aber noch eine Chance zur Regeneration geben. Der Rasen sollte vor dem Vertikutieren schon 2- bis 3-mal gemäht werden. So stellen Sie sicher, dass Gräser, die beim Vertikutieren geschädigt werden, auch in einem angemessenen Zeitraum wieder nachwachsen können. Zudem ist der Oberboden dann meist auch etwas abgetrocknet und die Rasenfläche verschmiert beim Vertikutieren nicht mehr so stark. In der Regel wird 1 x im Jahr vertikutiert. Empfehlenswert ist eine Düngung ca. 10 Tage vor dem Vertikutieren. So werden die Gräser optimal mit Nährstoffen versorgt: das Wachstum wird angeregt und die Gräser überstehen die Prozedur besser. Unter Umständen ist auch eine Düngung direkt nach dem Vertikutieren empfehlenswert. Dies gilt insbesondere dann, wenn starker Filz vorhanden ist. Durch unmittelbare Düngung kommt der Dünger nach dem Vertikutieren besser zum Boden.
Achten Sie darauf, dass der Rasen durch verbleibendes Streugut keinen Filz bildet

Wie vertikutiert man richtig?

Fachlich formuliert versteht man unter Vertikutieren das mechanische Beseitigen zu starker Filzauflagen durch senkrecht schneidende Werkzeuge/Messer. Das Messer darf den Boden nicht berühren! Achten Sie darauf, dass sie ausschließlich bis zum Ende der Filzschicht schneiden.

So wird der Filz aus Ihrem Rasen entfernt

  • Rasen mit normaler Schnitthöhe schneiden
  • Anschließend die gesamte Fläche gründlich vertikutieren und das Vertikutiergut aufnehmen
  • Kahlstellen innerhalb der Rasennarbe mit geeignetem Saatgut nachsäen
  • Gesamte Rasenfläche, zur Stärkung der Gräser, mit einem Rasen-Langzeitdünger versorgen

Was gilt es beim Vertikutieren noch zu beachten?

Achten Sie beim Vertikutieren darauf, dass es keine Nachtfröste mehr gibt
Beabsichtigen Sie nach dem Vertikutieren eine Nachsaat des Rasens, warten Sie hiermit bis Ende April/Anfang Mai. Erst dann liegen die Bodentemperaturen in einem für die Keimung günstigen Bereich, nämlich dauerhaft in einem Bereich zwischen 8-10°C. Gibt es nachts noch Bodenfröste, keimt das Saatgut sehr ungleichmäßig oder stirbt eventuell sogar ganz ab. Wenn Sie alle Ratschläge rund um das Vertikutieren beherzigen und Ihrem Rasen noch eine Extraportion Nahrung in Form von Dünger gönnen, haben Sie mit Ihrem Rasen schnell wieder Freude.