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 Die Neueinsaat keimt trotz gleichmäßiger Standort- und Bewässerungsbedingungen sehr ungleichmäßig. Woran liegt das?
Auch wenn Standort und Bewässerung auf einer Rasenfläche
absolut identisch gehalten werden, kann es sein, dass durch
unterschiedliche Bodenqualitäten eine unterschiedliche
Wasserspeicherkapazität vorliegt. Hierdurch trocknen manche
Stellen schneller aus als andere, wodurch die Saat teilweise
vertrocknet und nicht mehr keimt. Auch unterschiedliche
Einarbeitungstiefen der Saat in den Boden können eine
verzögerte Keimung zur Folge haben. Die Keimlinge von tiefer
eingearbeitetem Saatgut haben einen weiteren Weg an die
Bodenoberfläche. Wenn also 14 Tage nach der Aussaat noch keine
durchgehend grüne Fläche entstanden ist, besteht noch kein
Grund zur Besorgnis. Zunächst sollten Sie weiter regelmäßig
bewässern, damit noch keimendes Saatgut nicht vertrocknet.
Meist sieht die Fläche schon nach einer Woche wesentlich besser
aus.
 Wie gehe ich bei einer Rasenneuanlage vor?
Eine klassische Rasenneuanlage erfolgt in einen gut vorbereiteten, feinkrümeligen, Boden. Durch die Bearbeitung mit einer motorbetriebenen Gartenfräse ist diese Arbeit recht leicht zu bewerkstelligen. Für kleinere Flächen kann man natürlich auch mit einem Spaten umgraben. Große Steine, Unkrautwurzeln, und Äste werden entfernt, und bei einem lehmigen wasserundurchlässigen Boden im zweiten Arbeitsgang etwas grober Sand eingearbeitet. Der Sand (ca. 10 – 15 Liter pro m² in 10 – 15 cm Tiefe gleichmäßig eingemischt) lockert den Boden, macht ihn somit Wasser und luftdurchlässiger. Nachdem die Fläche mit einem Rechen geebnet, eventuell bei sehr lockerem Boden mit einer leichten Walze rückverdichtet wurde, kann mit einem Streuwagen (korrekte Einstellung beachten) das Saatgut aufgetragen werden. Bei einem nährstoffarmen Boden (das ist fast jeder Boden, der vorher nicht als Gemüsegarten regelmäßig gedüngt wurde) empfiehlt es sich nach den Rasensamen zum Start auch noch einen speziellen Rasendünger, z.B. Basic Start auszubringen, der die jungen Gräser für die ersten 6 Wochen ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Das Saatgut (und evtl. der Starterdünger) werden nach der Ausbringung leicht mit einem Rasenrechen in die oberen 5 – 10 mm des Bodens eingerecht (etwas tiefer ist auch nicht schlimm, genauso wenn noch einzelne Körner an der Bodenoberfläche bleiben). Es wird nicht mehr gewalzt, sondern ab diesem Zeitpunkt nur noch regelmäßig bewässert. Wenn der Boden einmal beregnet wurde, darf dieser bis zur kompletten Keimung aller Gräser (ca. 3 Wochen) nicht mehr vollständig austrocknen. Wird das Saatgut nach der ersten Befeuchtung wieder trocken, stirbt der Keimling ab, und lässt sich auch durch weitere Beregnung nicht mehr regenerieren. Es kann daher in Trockenphasen notwendig werden, die Fläche mehrmals täglich (4 – 5 mal) für kurze Zeit (5 – 10 Minuten) anzufeuchten, damit eine gleichmäßige Keimung erfolgt. Ab einer Wuchshöhe von 8 – 10 cm sollte der neue Rasen erstmals auf eine Höhe von ca. 5 cm gemäht werden. Ab diesem Zeitpunkt kann die Fläche dann wöchentlich auf einer Schnitthöhe von 3,5 – 5 cm gemäht werden.
 Wie lege ich einen Rasen auf einer Böschung (starken Hanglage) an?
Grundsätzlich kann die Bodenvorbereitung und Einsaat an einer
Böschung oder starken Hanglage wie bei einer Rasenneuanlage
erfolgen. Beim Einrechen der Saat sollten Sie darauf achten,
dass quer zum Hang gerecht wird (die Rillen sollten
anschließend quer, und nicht von oben nach unten verlaufen),
damit sich das Saatgut bei stärkeren Regenfällen in den Rillen
fangen kann, und nicht so stark abgespült wird. Bei extremen
Böschungs- oder Hanglagen kann die Einsaat mit einem
Wachstumsvlies abgedeckt werden. Hierbei handelt es sich um ein
weißes, licht- und wasserdurchlässiges Vlies, wie es zum
Abdecken von Salat im Frühjahr verwendet wird. Ein solches
Vlies bekommen Sie in den Gartenfachabteilungen von Baumärkten.
Die Keimung kann durch diesen zusätzlichen Schutz sogar etwas
beschleunigt werden. Ab einer Wuchshöhe von ca. 4 – 5 cm sollte
das Vlies entfernt werden, damit die Gräser darin nicht
einwachsen. Auch hier kann dann ab einer Wuchshöhe von 8 – 10
cm erstmals gemäht werden.
 In meiner Rasenneueinsaat/Rasenerneuerung tauchen verstärkt Unkräuter auf. Woran liegt das und was kann ich dagegen tun?
Unkrautsaat bleibt im Boden jahrzehntelang keimfähig. Durch
die Bodenvorbereitung zur Rasenneuanlage oder Rasenerneuerung
wird keimfähiges Saatgut an die Bodenoberfläche geholt, wo es
zusammen mit der Rasensaat unter optimalen Bedingungen
(Bewässerung für die Rasenneusaat) keimen kann. In
Qualitäts-Rasenmischungen ist keine Unkrautsaat enthalten. Im
Frühjahr häufig keimend und in vielen Fällen in Neueinsaaten zu
finden, ist der sogenannte weiße Gänsefuß (Chaenopodium album).
Der weiße Gänsefuß verschwindet bereits durch regelmäßiges
Mähen wieder, da er nicht schnittverträglich ist. Andere
Unkräuter die in der Fläche trotz Mähen verbleiben, können
bereits 3 Monate nach der Neuanlage mit Unkrautvernichter plus Rasendünger
bekämpft werden. Hierbei sind die Gebrauchsvorschriften und
eventuell bestehende regionale Einschränkungen des Gesetzgebers
zu beachten.
 Ab wann kann ich im Frühjahr meinen Rasen neu anlegen, bzw. erneuern?
Der richtige Aussaatzeitpunkt lässt sich nicht sicher an einem
bestimmten Termin festmachen. Die Bodentemperaturen sollten
durchgehend über + 10° C liegen, und es sollte nachts kein
Frost mehr auftreten. Meist ist dies ab Ende April / Anfang Mai
der Fall.
 Bis wie weit in den Herbst hinein kann noch Rasen gesät werden?
Die Bodentemperaturen sind im Herbst nicht das Problem. Der
Boden wurde durch die Sommersonne erwärmt, und gibt dies
Temperaturen auch nachts noch ausreichend an das Saatgut ab.
Der Aussaattermin sollte nicht zu nah an den ersten Frösten
liegen, da kühle Temperaturen die Keimung verzögern oder
unterbinden. Der letzte Termin für eine Herbstaussaat liegt bei
Mitte September, evtl. Anfang Oktober.
 Wie kann ich die Qualität eines lehmigen Bodens verbessern, damit mein neuer Rasen langfristig vernünftig wächst?
Um einen lehmigen Boden dauerhaft zu verbessern sollte grober,
kalkfreier Sand in die obere Bodenschicht von 10 – 15 cm
eingemischt werden. Am einfachsten und sinnvollsten ist die mit
einer motorbetriebenen Gartenfräse (Leihgerät aus dem Baumarkt
oder Gartenfachgeschäft; keine Motorhacke) zu bewerkstelligen.
Der Sand wird auf den Boden aufgebracht (ca. 10 – 15 Liter pro
m²) und anschließend mit der Fräse gleichmäßig in den Boden
eingefräst. Sollte unterhalb der verbesserten Bodenschicht noch
immer eine wasserundurchlässige Schicht verbleiben, ist der
Einbau einer Dränage zur Ableitung des Wassers sinnvoll.
 Ist es sinnvoll den Boden vor einer Rasenneuanlage mit Torf zu lockern/zu verbessern?
Torf, wie jedes andere organische Material (z.B. Kompost),
lockert den Boden nicht, sondern lässt bei der Zersetzung sogar
noch zusätzliche wasserundurchlässige Schichten entstehen. Um
den pH-Wert des Bodens durch Torf zu beeinflussen (Senkung des
pH-Werts) sind große Mengen erforderlich, welche die Struktur
des Bodens nachhaltig negativ verändern können. Das Einbringen
größerer Mengen von Torf oder Kompost ist deshalb nicht als
sinnvoll anzusehen.
 Ist es möglich, auch an Stellen mit wenig Erde (Dachgarten oder auf einer Tiefgarage) einen Rasen anzulegen?
Unter bestimmten Vorraussetzungen ist es auch möglich einen
Rasen auf einem Dachgarten, oder über einer Tiefgarage
anzulegen. Der wichtigste Faktor hierfür ist, dass eine
ausreichende Befeuchtung des Bodens dauerhaft gewährleistet
ist. Hierzu ist der Einbau einer Bewässerungsleitung, besser
noch einer automatischen Unterflur – Beregnungsanlage zu
empfehlen. Der Boden darf niemals komplett austrocknen, da
hierdurch die Gräser dauerhaft geschädigt werden. Auch die
Verwendung eines speziellen Bodengemisches (hier werden
spezielle wasserspeichernde Granulate eingemischt) ist
empfehlenswert.
 Kann ein sandiger, trockener Boden verbessert werden, damit dieser für eine Rasenneuanlage besser geeignet ist?
Um die Wasserspeicherung eines stark sandigen Bodens zu
verbessern kann ein wasserspeicherndes Granulat eingemischt
werden. Dieses Granulat ist unter der Bezeichnung „Bentonit“ Im
Baustoffhandel zu bekommen und kann mit einer Gartenfräse in
den Boden eingemischt werden.
 Ist es notwendig, im Frühjahr des Folgejahres nach einer Rasenneuanlage/Rasenerneuerung bereits zum ersten Mal zu vertikutieren?
Im Regelfall ist es im Jahr nach der Neueinsaat noch nicht
notwendig zu vertikutieren. Das Vertikutieren dient der
Entfernung von Rasenfilz und abgestorbenen Gräsern, die im Jahr
nach der Ansaat noch nicht in so hohem Maße vorhanden sind.
Sollte durch einen starken Krankheitsbefall im Herbst/Winter
bereits im Jahr nach der Ansaat viel abgestorbenes Material im
Rasen sein, ist es schon früher sinnvoll leicht zu
vertikutieren. Der Vertikutierer sollte so eingestellt sein,
dass die Messer den Boden nicht, oder nur leicht berühren. Auf
diese Weise werden flach wurzelnde Gräser nicht beschädigt.
 Kann man "Rasendünger mit Eisen" oder "Unkrautvernichter und Rasendünger" unmittelbar vor einer Rasenneuanlage/Rasenerneuerung verwenden?
Die Produkte Rasendünger mit Eisen und Unkrautvernichter und Rasendünger sind
nicht zur Verwendung unmittelbar vor einer Rasenneuanlage oder
Rasenerneuerung geeignet. Die Wirkstoffe der Produkte benötigen
ca. 6 – 8 Wochen, um im Boden wieder vollständig abgebaut zu
sein. Eine Aussaat wäre also erst nach Ablauf dieser Frist
wieder sinnvoll. Um vorhandene Unkräuter zu entfernen empfehlen
sich flüssige Mittel mit dem Wirkstoff „Glyphosat“ (z.B.
Roundup).
Auch sind hier bei der Anwendung eventuell bestehende
regionale Einschränkungen des Gesetzgebers bei der Verwendung
solcher Produkte zu beachten.
 Wann ist es notwendig, nach einer Rasenneuanlage/Rasenerneuerung erstmals zu mähen?
Ab einer Wuchshöhe von 8 – 10 cm sollte der neue Rasen
erstmals gemäht werden. Die Schnitthöhe sollte beim ersten
Schnitt bei ca. 5 cm liegen. Ab dem 1. Schnitt sollte
wöchentlich auf einer Schnitthöhe zwischen 3 und 5 cm gemäht
werden. Durch regelmäßiges Mähen wird der Rasen dicht und
belastbar.
 Wie sollte ich die Fläche nach der Neuanlage/Erneuerung bewässern, damit die Saat zügig keimt?
Nach der Aussaat muss der neue Rasen für ca. 3 Wochen (einige
Gräser der Rasenmischungen benötigen bis zu 3 Wochen für eine
ausreichende Anfangsentwicklung) ständig feucht gehalten
werden. D.h., dass die Fläche bei sonnenscheinreicher Witterung
4 – 5 mal täglich kurz (für ca. 5 – 10 Minuten) beregnet werden
muss. Die keimenden Pflanzen besitzen für die anfängliche
Wasserversorgung noch kein ausreichendes Wurzelsystem, so dass
sie ausschließlich auf das Wasser im umliegenden Boden
angewiesen sind. Zudem stirbt einmal ausgetrocknetes Saatgut ab
und keimt auch durch erneute Bewässerung nicht mehr.
 Mein Rasen keimt nur sehr dünn, aber gleichmäßig, woran kann das liegen?
Bedingt durch äußere Einflüsse, wie Bodentemperatur,
Sonneneinstrahlung oder Außentemperatur hat sich die Keimung
womöglich insgesamt verzögert.
 Wie lange dauert es bis die ersten Gräser meiner Rasenneuanlage keimen?
Unter besten Bedingungen (ständige Befeuchtung, durchgehend
Temperaturen über 20 °C) können die ersten Gräser bereits nach
4 – 5 Tagen keimen. Dies ist jedoch bisher nur in unseren
Versuchsgewächshäusern der Fall gewesen. Im Freiland keimen die
ersten Gräser bei optimalen Temperaturen und ausreichender
Beregnung nach 8 – 10 Tagen. Alle in der Mischung enthaltenen
Gräser sollten nach 3 – 4 Wochen gekeimt sein.
 Sollte man bei einer Rasenneuanlage die Fläche walzen? Wenn ja, vor oder nach der Einsaat?
Walzen nach der Bodenbearbeitung und vor der Einsaat kann
notwendig sein, wenn der Boden durch die Bearbeitung sehr
locker geworden ist. Hierdurch werden spätere Unebenheiten
vermieden, die durch das Absacken des lockern Bodens nach der
Aussaat entstehen. Walzen nach der Ansaat (wurde früher und
auch noch heute häufig empfohlen) ist nicht sinnvoll, da die
Saat im festen Boden bis zu eine Woche länger zur Keimung
braucht. An Böschungen und Hanglagen bewirkt das Walzen zudem
dass das Saatgut leichter abgeschwemmt wird, weil der glatte
Boden wie eine Rutschbahn wirkt und das Wasser darüber abläuft.
Ein lockerer Boden hingegen nimmt noch einen Teil des Wassers
auf.
 Nach der Rasenerneuerung/Rasenneuanlage wurde das Saatgut durch starke Regenfälle abgeschwemmt. Was kann ich tun um doch noch einen gleichmäßigen Rasen zu bekommen?
Durch eine direkte Nachsaat, von offensichtlich durch die
Regenfälle entstandenen Kahlstellen, wird ein gleichmäßigeres
Ergebnis wahrscheinlich. Wenn das Saatgut noch nicht gekeimt
ist, kann mittels eines Rasenrechens das Saatgut wieder etwas
verteilt werden. Wo bei der Keimung der Gräser immer noch dünn
bewachsene Stellen erkennbar bleiben, sollte so früh wie
möglich nachgesät werden, damit die Fläche schnell verwendet
werden kann. Kleinere Lücken verschwinden schnell durch das
Breitenwachstum der Gräser (dies wird durch regelmäßiges Mähen
gefördert). Lücken, die größer sind als eine Handfläche sollten
durch eine Nachsaat -möglichst nach dem ersten Schnitt-
geschlossen werden.
 Kann ich im Herbst schon den Boden für eine Neueinsaat im Frühjahr vorbereiten?
Die Bodenvorbereitung für eine Neueinsaat kann auch schon im
Herbst durchgeführt werden. Der Vorteil ist, dass im Frühjahr
vor der Einsaat keimende Unkräuter im Vorfeld noch einmal mit
einem Unkrautvernichter behandelt werden können. Ebenso ist das
Walzen vor der Neueinsaat nicht mehr notwendig, da sich der
Boden über den Winter ausreichend gesetzt hat. Der Nachteil
ist, z.B. bei einem lehmigen Boden, dass der Boden wieder sehr
fest werden kann. Hierdurch wird im Frühjahr vor der Aussaat
eine erneute Bodenbearbeitung notwendig.
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